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Samsung erklärt völlig überraschend Rückzug aus Kamerageschäft

Ende November 2015 hat der koreanische Elektronikgigant Samsung überraschend angekündigt, sich von der Fotosparte des Unternehmens verabschieden zu wollen. Die Meldung kam insofern überraschend, als Samsung noch im Monat zuvor auf entsprechende Gerüchte reagiert und diese zu zerstreuen versucht hatte.

Dann kam die entsprechende Meldung schließlich doch, allerdings mit einer bedeutenden Einschränkung: Der Rückzug werde sich nur auf den deutschen Markt beschränken.

Betroffen von dieser unternehmensstrategischen Entscheidung sind nicht nur Digitalkameras und Zubehör, sondern auch Camcorder. Als Grund nannte Samsung die zurückgehenden Absatzzahlen in Deutschland, die eine Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebes hier nicht lohnenswert erscheinen ließen.

Gute Produkte, aber fehlendes Markenimage

Samsung hatte als traditioneller Elektronikhersteller niemals richtig in der Fotosparte Fuß fassen können. Ganz im Gegensatz zu den alten Größen der fernöstlichen Kamerafertigung wie Nikon, Canon und Pentax trat Samsung erst mit dem Aufkommen der Digitalfoto um die Jahrtausendwende als Kamerahersteller auf.

Der gigantische Mischkonzern, in dessen Produktpalette sich so unterschiedliche Fabrikate wie SSD-Festplatten, Smartphones, Waschmaschinen und Frachtschiffe finden, brachte zwar durch sein Know-how in der Mikroelektronik die nötige Erfahrung für die Herstellung von hochwertigen und leistungsstarken Digitalkameras mit, doch als Marke konnte der Newcomer Samsung in dieser Sparte nie die Anziehungskraft der etablierten Größen ausstrahlen.

Daher beschränkte sich Samsung vor allem auf die Fertigung von Kompaktkameras, Bridgekameras und kleinen Systemkameras im APSC-Format mit Wechselobjektiven. Ambitionen, auch im Profi-Bereich aufzutreten, wurden vermieden.

Leider konnte auch die Kooperation mit dem deutschen Optikhersteller Schneider-Kreuznach, der für Samsung hochwertige Objektive lieferte, nicht zu einer signifikanten Hebung des Images beitragen. Trotz guter Produkte scheiterte Samsung daher vielmehr am fehlenden „Heritage“.

Absatzschwierigkeiten inzwischen generelles Problem der Branche

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Allerdings sind rückläufige Absatzzahlen inzwischen zu einem generellen Phänomen in der Digitalkamerabranche geworden. Auch Canon, Nikon und Fuji kränkeln inzwischen daran. Die Kameras haben inzwischen schlicht ein hohes Niveau erreicht, bahnbrechende Innovationen, die zu weiteren Kaufimpulsen hätten führen könne, waren in den letzten Jahren kaum noch zu verzeichnen.

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