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Preisträger: Die Unicef-Fotos der letzten 5 Jahre

Fotos können Geschichten erzählen. Sie können Emotionen transportieren und den Betracher berühren.
Auch aus diesem Grund zeichnen UNICEF Deutschland und das GEO Magazin jedes Jahr ein Foto oder eine Fotoreportage aus, die “die Persönlichkeit und Lebensumstände von Kindern weltweit auf herausragende Weise dokumentieren”. Das sind Bilder, die Kinder in besonderen Umständen zeigen. Eins haben sie alle gemeinsam: Sie berühren. Wir haben hier für Sie die Gewinner der letzten fünf Jahre zusammengetragen:

 

2010

UNICEF-2010

Das UNICEF-Bild des Jahres 2010 zeigt ein kleines vietnamesisches Mädchen.  Gezeichnet vom Vietnamkrieg. Damals setzten die amerikanischen Streitkräfte das Entlaubungsmittel Agent Orange ein, um den feindlichen Guerilla-Kriegern die Möglichkeit der Tarnung zu nehmen. Aus Flugzeugen warfen sie das Gift ab, ohne Rücksicht auf mögliche Folgen. Jahre später noch leiden etwa 150.000 Kinder an den Folgen. Sie sind entstellt, leiden unter Krebserkrankungen und Immunschwächen. Zurückzuführen auf das Unkrautvernichtungsmittel der Amerikaner. Das fotografierte Mädchen – Ly –  hat körperliche Missbildungen, unter anderem im Gesicht – Ihr gekrümmter Brustkorb macht ihr Probleme beim Atmen. Während der Preisträger Ed Kashi und sein Team den Alltag den Mädchens filmten, entstand das Bild. “Während einer Pause stand sie einfach da, gedankenverloren und hinreißend.”, so Ed Kashi zu seinem Bild.

 

2011

UNICEF-2011Ein Deutscher gewinnt den Wettbewerb 2011 zum ersten Mal. Mit einem Bild aus Accra, Ghanas Hauptstadt. Es zeigt einen Jungen in Sportkleidung inmitten von Müll und schwarzem, gefährlichem Rauch. Der Junge hält einen Bildschirm über seinen Kopf.
Entstanden ist diese Fotografie auf der Mülldeponie Agbogbloshie – dem größten Elektroschrottplatz der Welt. Der Junge warf den Monitor immer und immer wieder auf den Boden, so Kai Löffelbein, der Fotograf. Ein tägliches Bild in Agbogbloshie. Die Kinder versuchen noch Wertvolles zu finden. So brennen sie die Gummiummantelungen der Kabel ab, um ihr kostbares Innenleben freizulegen.Kai Löffelbein hält einen dieser Momente für die Ewigkeit fest und dokumentiert so das erschreckende Bild von Agbogbloshie – dem Vorhof zur Hölle.

 

2012

UNICEF-2011

 

Alessio Romenzi – ein italienischer Fotograf nahm dieses Bild in Syrien auf. Es zeigt ein Mädchen. Hübsch zurecht gemacht in einem Krankenhaus. Sie trägt eine Perlenkette und Schleifen in den Haaren. Vor ihr auf dem Boden eine Blutlache. Im Vordergrund ein Mann mit einer Waffe – vermutlich eine Kalaschnikow. Entstanden ist dieses Bild am 27. September 2012 in einem Krankenhaus im syrischen Aleppo. Sie passt nicht in diese Szenerie. Und genau deswegen zeigt dieses Bild die syrische Situation. Seit zwei Jahren herrscht der Bürgerkrieg. Unschuldige Menschen gelangen in das Feuer der Streitkräfte. Viele von ihnen sind Kinder, denen durch den Krieg die Chance auf ein normales Leben genommen wird.

 

2013

UNICEF-2013

 

2013 ging der Preis an einen schwedischen Fotografen. Niclas Hammerström nahm dieses Foto ebenfalls in einem syrischen Krankenhaus auf. Die kleine Dania wurde von Granatsplittern verletzt, während sie draußen mit ihren Freunden spielte. Ihr Bruder brachte sie in das Krankenhaus nach Aleppo. Hammerström verbrachte 24 Stunden in dem Krankenhaus, um die Arbeit der Ärzte dort zu dokumentieren.
Der Schwede bezahlte einen hohen Preis für seine Fotos: Mit einem anderen Journalisten wurde er im November 2013 nahe der libanesischen Grenze entführt. Die beiden wurden sechs Wochen als Geiseln festgehalten und misshandelt.

 

2014UNICEF-2014

Das aktuellste UNICEF-Bild des Jahres ist aus dem letzten Jahr. Das Foto zeigt eine Gruppe kleiner (offensichtlich)  phillipinischer Kinder. Im Hintergrund ein weißes Kind. Den Blick starr auf die Gruppe gerichtet. Das Foto von Insa Hagemann und Stefan Finger entstand während eines vierwöchigen Aufenthaltes und erzählt die Geschichte der einjährigen Divine. Das Kind einer philippinischen Prostituierten und eines australischen Sextouristen. Stellvertretend für alle Kinder ausländischer Sextouristen.
Ihre Mütter geben sich, meist Europäern, Amerikanern oder Australiern. Diese bezahlen für den Moment und hinterlassen ein Kind ohne Zukunftsaussichten.
Ihr Schicksal: Keinen Vater und offensichtliche Kennzeichen, Kind einer Prostituierten zu sein. Ihre helle Haut, ihr helles Haar grenzen sie schon in frühen Jahren aus – die Kinder der Sextouristen.
Bevor das Bild entstand, ging die kleine Divine auf die Gruppe der Kinder zu, nachdem ihr ein anderes Kind unmissverständlich klar gemacht hatte, dass sie nicht erwünscht war, kehrte sie um. Stefan Finger drückte den Auslöser seiner Kamera.

 

Das nächste Foto des Jahres wird im Dezember von UNICEF und dem GEO-Magazin gekürt werden. Eins ist jetzt bereits klar: Es wird uns berühren.

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